Der Leonardo AW249 “Fenice” absolvierte seinen ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland auf der ILA 2026 in Berlin.
Video by Follow me - HeliTech, published June 21, 2026, shows Leonardo’s AW249 Fenice in detail and flight at ILA 2026
Die AW249 von Leonardo feiert auf der Messe ihr Debüt im Flugprogramm, während der italienische Hubschrauberhersteller das Modell als potenziellen Nachfolger für die deutschen Kampfhubschrauber vom Typ Airbus Tiger positioniert, deren Außerdienststellung für die frühen 2030er Jahre geplant ist.
Die AW249 – ein großer Kampfhubschrauber, der sich durch seinen Rumpf mit flachen Seitenflächen auszeichnet – wurde als Ersatz für die AW129 „Mangusta“ (italienisch für „Manguste“) entwickelt, die seit den 1980er Jahren im Dienst des italienischen Heeres steht.
Mit einem Höchstgewicht von 8,3 Tonnen ist die AW249 fast doppelt so schwer wie die Mangusta. Sie wurde für den Einsatz im Rahmen der sich wandelnden Einsatzdoktrin des italienischen Heeres konzipiert, die auf die Auseinandersetzung mit ebenbürtigen Gegnern (sogenannten „Near-Peer-Adversaries“) in einem Multi-Domain-Umfeld sowie unter Bedingungen der Zugangsverweigerung und Gebietsabriegelung (A2/AD) ausgerichtet ist. Das italienische Heer forderte, dass das neue Luftfahrzeug die Mangusta in allen wichtigen Leistungskategorien – einschließlich Reichweite, Nutzlast, Geschwindigkeit und Gesamtleistungsfähigkeit – übertreffen müsse. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, war eine größere und leistungsstärkere Plattform erforderlich.
Um Entwicklungsrisiken und -kosten zu minimieren, setzte Leonardo auf einen in der Hubschrauberindustrie bewährten Ansatz: Man übernahm das etablierte dynamische System des militärischen Mehrzweckhubschraubers AW149, einschließlich des Hauptgetriebes, der Heckrotoreinheit und des fünfblättrigen Hauptrotors. Auf dieser Basis entwickelte Leonardo einen völlig neuen Rumpf sowie neue Avionik- und Missionssysteme.
Für den Antrieb sorgen zwei hoch am hinteren Rumpf montierte Wellenturbinen des Typs General Electric CT7-8E6, die jeweils eine Leistung von rund 2.500 Wellen-PS (shp) erbringen. Die Triebwerke werden von der italienischen GE-Tochtergesellschaft Avio Aero gefertigt und wurden modifiziert, um sowohl die Startleistung als auch die maximale Dauerleistung zu optimieren. Das italienische Heer entschied sich unter anderem deshalb für dieses Triebwerk, weil es Gemeinsamkeiten mit anderen bereits im Einsatz befindlichen Luftfahrzeugen aufweist, wie etwa dem Transporthubschrauber NHIndustries NH90.
Leonardo betreibt derzeit vier AW249-Prototypen, wobei das vierte Exemplar im täglichen Flugprogramm vorgeführt wird. Da Airbus die Produktion des Tiger eingestellt hat, ist die AW249 der einzige dedizierte Kampfhubschrauber aus europäischer Fertigung, der aktuell noch produziert wird. Angesichts der Tatsache, dass mehrere europäische Regierungen zunehmend Rüstungsgüter aus heimischer Produktion bevorzugen, sieht Leonardo für das Modell gute Exportchancen auf dem gesamten Kontinent. Das Unternehmen befindet sich nun in der Endphase des Entwicklungs- und Qualifizierungsprogramms für die AW249. Zu den noch ausstehenden Meilensteinen gehören Umwelttests, die Waffenintegration sowie abschließende Erprobungen der Bewaffnung.
„Wir demonstrieren der Fachwelt die Reife des Programms und stellen dessen Leistungsfähigkeit unter Beweis“, sagte Roberto Pretolani, Leiter des Bereichs Military Specialized Platforms bei Leonardo Helicopters. „Dieses Luftfahrzeug wurde von Grund auf für die Einsatzszenarien konzipiert, die auf dem modernen Gefechtsfeld zu erwarten sind. Es bietet eine effektive Balance zwischen Nutzlastkapazität und Agilität.“
Besonders großes Potenzial sieht Leonardo in Deutschland, wo das Heer plant, seine Tiger-Flotte bis 2031 außer Dienst zu stellen. Obwohl Deutschland die Tiger derzeit durch leichte Kampfhubschrauber des Typs Airbus H145M – bewaffnet mit EuroSpike-Lenkflugkörpern – ersetzt, ist Leonardo weiterhin zuversichtlich, dass die Bundeswehr nach der Ausmusterung des Tigers dennoch Bedarf an einer spezialisierten Kampfhubschrauber-Fähigkeit haben könnte.





Eine Bestellung in Höhe von 269 Millionen US-Dollar ging im Juli 2020 an Turkish Aerospace Industries. Insgesamt sechs T129B ATAK-Hubschrauber bekommt demnächs die Philippinischen Luftwaffe